Nordseepassage (07.07. – 16.07.2019)


Die Elbemündung ist nicht einfach zu befahren. Da die Strömung sehr stark ist, sollte man nicht bei starken Winden von W, NW oder N die Elbe verlassen. Da die Windvorhersagen bis Mittwoch NW 20kn lautet, warten wir ab. An Bord sind neben mir noch Robert und Michael.

The crew

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Obwohl im Hafen nur wenig Wind zu spüren ist, warten viele Schiffe auf günstigeren Wind.

Am Mittwoch früh regnet es. Es ist ungemütlich und kalt und der Himmel ist gleichmäßig grau. Um 07:30h legen wir zum Tanken ab, danach laufen wir unter Maschine aus der Elbemündung. Viele Schiffe hatten gewartet und es ist ein regelrechter Run aus dem Hafen. Die Wellen sind nicht sehr hoch, bis auf eine… Ein Tanker wirft eine Welle auf, die sich direkt vor uns bricht und mit ihrer Gewalt sogar die Lampe aus dem Bugkorb hebelt. Die Welle läuft über das gesamte Schiff und Robert am Ruder ist pitschnass.

Am Ende der Fahrrinne können wir schließlich die Segel setzen. Nach 3 Stunden langsamer Fahrt aber müssen wir wieder den Motor starten, weil der Wind nach West dreht. Immer mehr dreht er gegenan und nimmt zu. Außerdem regnet es immer wieder, was die Sache nicht gemütlicher macht. Leider steht auch noch die Welle der vergangenen Tage genau gegenan, so dass wir wieder die Welle und den Wind von vorn haben. Nachts geben wir schließlich auf. Der Wind hatte inzwischen auf SSW gedreht und zugelegt. Nicht jeder an Bord ist von der Seekrankheit verschont geblieben, und so entschließen wir uns nach Borkum einzulaufen, wo wir um 02:30 Uhr nach 103sm an der Mole der Berufsschiffahrt fest machen.

Borkum

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Die Boxen des Yachthafens sind alle belegt und sowieso zu klein für uns. Borkum ist nur im Notfall als Zwischenstopp zu empfehlen. Das Hafengebiet ist ausgesprochen hässlich. Festmachen nur an den alten, halb verfallenen Molen der Berufsschiffahrt geduldet. Von der neuen Mole, wo wir nachts festgemacht hatten, werden wir dann am Freitag früh auch vom Hafenmeister “verjagt”.

Michael verlässt uns am Freitag, weil er ab Montag wieder arbeiten muss. Ich fahre allein mit Robert weiter. Wir legen um 10 Uhr ab und haben jetzt mehr Glück. Es ist kein Wind, keine Welle und die Sonne scheint.

Passage nach Holland

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Wieder laufen wir unter Maschine aber ab 17 Uhr kommt etwas Wind auf. Es geht immer hin und her, mal Wind, mal keiner, und nach fast 24 Stunden legen wir am Samstag früh um 09:30 Uhr nach 131sm in Ijmuiden an. Endlich liegt die Kette der Inseln hinter uns, und der schwierigste Teil der Nordsee ist geschafft.

In Ijmuiden müssen wir auf die Lieferung des neuen Beibootes (Dinghi) warten. Wir vertreiben uns das Wochenende mit einem Besuch in der sehr hübschen Stadt Haarlem.

Haarlem

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Durch Haarlem geht auch die “Staande Mastroute” – ein Kanalsystem quer durch die Niederlande, auf dem man mit stehendem Mast in Ost-West-Richtung bei jedem Wetter fahren kann. Insbesondere ist das interessant, wenn man viel Zeit oder starken Wind hat. Sie führt durch viele sehr hübsche Orte und Gegenden und ist durchaus eine Reise wert.


In Ijmuiden bekommen wir Besuch von Volker und Regina, den Voreignern der Cocon. Das freut mich besonders, denn wir hatten immer guten Kontakt gehalten.

Volker und Regina zu Besuch an Bord der Cocon


Das Beiboot soll am Montag bis 14 Uhr in Ijmuiden geliefert werden, und tatsächlich kommt das Dinghi auch um 16 Uhr an. Wir beeilen uns, machen es an den Davits fest und legen noch am Montag um 17 Uhr ab.

Neues Dinghi

Wir wollen so weit wie möglich fahren um die Nordsee endlich hinter uns zu lassen. In den letzten Tagen war der Wind sehr günstig – N-Wind von 10-15kn – aber durch die Warterei auf das Dingi verpassen wir genau diesen günstigen Wind. Den letzten Rest davon nehmen wir aber noch mit, bevor er wieder gegenan dreht.

Das neue Dinghi macht sich bei der Fahrt ganz gut am Heck

Der N-Wind schiebt uns gen Westen, aber morgens um 09:30 Uhr schläft er vollständig ein. Wieder motoren wir. Schließlich legen wir am Dienstag nach 121sm um 14:45 Uhr in Dunkerque an.

Längsseits in Dunkerque

Die Passage von Rotterdam war übrigens nicht ohne. Mitten in der Nacht passieren wir diese viel befahrene Ausfahrt mit viel Herzklopfen. Der Verkehr ist sehr dicht und ohne das AIS (Automatic Identification System), mit dem man alle Schiffe der Umgebung und deren Bewegungen verfolgen kann – sie uns auch – wäre ein Passage hier fast nicht machbar.

Die Situation vor der Ausfahrt von Rotterdam

Die Nordsee liegt nun hinter uns, und es hat viel länger gedauert als ursprünglich geplant. Selbst durch die langen Strecken konnten wir das nicht mehr aufholen. In Cuxhaven mussten wir tagelang auf günstigen Wind warten, und in Ijmuiden auf das Beiboot. So ist viel Zeit verloren gegangen. Hoffentlich wird es im Englischen Kanal besser, der jetzt direkt vor uns liegt.

8 Antworten auf „Nordseepassage (07.07. – 16.07.2019)“

  1. Ich habe eben in Ruhe nochmal alles gelesen und die Bilder angesehen, jetzt weiß ich auch endlich, wie groß die Cocon ist. Der Beginn der Reise mit den Wetterwidrigkeiten war ja nun nicht der Hit; ich wünsche euch jetzt nur noch Wind aus der richtigen Richtung und Sonne satt. Viele Grüße Roberts Mama

  2. Lieber Andreas, schön das du Dich entschlossen hast den Blog zu machen. So hat man wenigstens die Möglichkeit die Reise mit zu verfolgen. Ganz liebe Grüße und weiter eine gute Fahrt gen Süden! Liebe Grüße aus Hamburg Petra

    1. Hi Petra, vielen Dank. Der Beitrag war leider ohne die meisten Bilder. Hab da wohl einen Fehler gemacht. Jetzt ist er ok. Liebe Grüße, Andreas

    1. Dann hoffen wir mal. Der Blogeintrag war nicht in Ordnung weil die ganzen Bilder gefehlt haben. Bin eben noch am Lernen… guckt nochmal rein. Jetzt stimmt er 😊 liebe Grüße, Andreas

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