Cascais – Portimão (24.08. – 30.08.2019)


Am Samstag, den 24.08. verlassen wir morgens den Ankerplatz von Cascais um weiter nach Süden zu fahren.

Abfahrt aus Cascais


Unser nächstes Ziel soll Sines sein. Dort kann man in den Hafen oder in der Bucht vor dem Yachthafen vor Anker gehen. Leider haben wir für die 54sm nach Sines wieder viel zu schwachen Wind von Norden, um zu segeln. Dafür aber begleiten uns mehrmals Delphine, die lange bei uns bleiben.


Abends machen wir im Hafen von Sines fest. Vito muss leider wieder abreisen, denn sein Studium ruft. Wir sind sehr froh, dass er einige Tage bei uns gewesen ist und uns zudem mit seinen Sprachkenntnissen oft weiter helfen konnte. Er hilft uns morgens noch beim Ablegen, dann sind wir wieder allein.

Vito verlässt uns in Sines

Die lange Strecke zum Cabo de São Vicente ist weiterhin durch schwachen Nordwind geprägt. Durch den hohen Schwell stehen die Segel wieder nicht, so dass wir fast die gesamte Strecke mit dem Motor fahren müssen. Irgendwann nehmen wir die Segel weg, denn sie schlagen ständig hin und her, was jeden mal den Mast erzittern lässt.

Am späten Nachmittag kommen wir am Cabo de São Vicente an, dem Südwestlichsten Punkt Europas.

Cabo de São Vicente


Schon 1987 bin ich um dieses Cap gesegelt und kann mich gut daran erinnern, wie plötzlich der Wind am Cap zugenommen hatte. So bereiten wir uns darauf vor und tatsächlich kommt direkt am Cap Wind auf, der bis auf 25kn zulegt. Zum Glück ist es Nordwind, und so rollen wir die Genua aus, machen den Motor aus und segeln nur mit dem Vorsegel weiter.

Der Plan war, direkt hinter dem Cabo de São Vicente in der Bucht Ensenada de Sagres vor Anker zu gehen. Sie hat im Norden einen Sandstrand und ist bei dem vorherrschenden Nordwind sehr geschützt.

Möglicher Ankerplatz Ensenada de Sagres und kleiner Hafen nordöstlich davon


Leider bemerken wir aber jetzt einen deutlichen Schwell aus Südost (!), der genau in die nach Süden offene Bucht steht. Wahrscheinlich kommt der Schwell aus der Strasse von Gibraltar, denn dort herrscht starker Levante (Ostwind in Gibraltar). Durch den Schwell hätten wir also eine sehr unruhige Nacht vor Anker.

Wir müssen uns daher umentscheiden. Die nächste Möglichkeit ist die Ensenada de Baleeira, bzw. der Hafen von Sagres direkt nordöstlich der Bucht, aber laut Handbuch ist es dort sehr eng und der Ankergrund soll auch nicht gut sein. Zudem kommt auch dort der Schwell rein, wenn man nicht direkt hinter der Hafenmole einen Platz bekommt.
Andere Segler, die direkt hinter uns um das Cap gegangen sind, haben dort geankert und uns später berichtet, dass sie nur sehr wenig Platz hatten. Sie konnten zum Glück direkt hinter der Hafenmole ankern, denn etwas weiter draußen war der Schwell ziemlich stark.

Wir entscheiden uns dafür, weiter nach Lagos zu gehen, in der Hoffnung dass wir noch vor Einbruch der Dunkelheit dort ankommen.

Um das Cabo de São Vicente


Die Bojen der Fischer, die auch hier zahlreich anzutreffen sind, wollen wir allerdings nicht im Dunkeln suchen müssen… Zudem müssen wir eine Fischfarm umfahren. Wir segeln bei dem starken Nordwind nur mit der Genua fast 8kn, später dann etwas langsamer, da der Wind bei der Annäherung von Lagos langsam wieder abnimmt.

Sonnenuntergang kurz vor Lagos


Glücklicherweise kommen wir gerade noch bei Einbruch der Dunkelheit in Lagos an und ankern direkt neben der Hafeneinfahrt außerhalb des Hafens. Der Schwell ist hier nicht mehr so zu spüren und wir sind froh, dass wir einen guten Platz zum Ankern gefunden haben.

Ankerplatz direkt neben der Hafeneinfahrt von Lagos


Zwei andere Segler liegen dort auch schon vor Anker, was unsere Entscheidung bestärkt, nicht extra für die eine Nacht in den Hafen von Lagos zu gehen.

Am nächsten Morgen machen wir uns nach einem langen Frühstück auf für die letzten 7 Meilen nach Portimão. Es dauert aber etwas bis wir ankommen, denn  wir segeln anfangs mit dem sehr schwachen Wind nur sehr langsam. Am Ende dann starten wir wieder die Maschine und gehen in der Bucht gegenüber des Hafens von Portimão vor Anker. Dort liegen bereits sehr viele Schiffe, aber es gibt immer genug Platz für alle.

Portimão anchorage

Portimão anchorage
Portimão anchorage
Portimão anchorage
Portimão anchorage
Portimão anchorage Portimão anchorage Portimão anchorage Portimão anchorage


Wir bleiben einige Tage auf dem Ankerplatz und fangen langsam an das Schiff für die nächste Zeit vorzubereiten. Wir erkunden die Gegend, gehen in Portimão einkaufen, aber auch in Ferragudo, dem Ort gegenüber von Portimão. Ferragudo ist sehr hübsch, aber leider gibt es kaum eine Möglichkeit das Dinghi dort zu lassen. Es gibt aber Wassertaxis, die zwischen dem Ankerplatz,  Portimão und Ferragudo pendeln.

Ferragudo

Ferragudo
Ferragudo
Ferragudo
Ferragudo
Ferragudo
Ferragudo
Ferragudo Ferragudo Ferragudo Ferragudo Ferragudo Ferragudo


Portimão wird unser Hafen für die nächsten 9 Monate sein. Der Liegeplatz ist seit langem reserviert. Am Donnerstag Nachmittag schließlich fahren wir in den Hafen von Portimão und machen an unserem neuen Liegeplatz fest. Wir bereiten das Schiff für eine längere Pause vor, machen sauber und konservieren den Wassermacher, da wir ihn bis zum nächsten Sommer nicht mehr benötigen.

Unser neuer Liegeplatz in Portimão

Wir werden in der nächsten Zeit immer wieder nach Portimão kommen, um die eine oder andere Woche hier zu verbringen und die Algarve mit dem Schiff zu erkunden.

Ab jetzt wird es also ruhiger. Wir freuen uns sehr auf die kommende Zeit in der Algarve. Insbesondere freuen wir uns, dass wir die kalte Winterzeit des Nordens zeitweise umgehen und in diesem sehr angenehmen Klima verbringen können.  

Algarve, wir kommen…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.